Treisbach
FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Bachneunauge, Groppe
Der Treisbach entspringt am Südostrand des Rothaargebirges auf dem Gebiet der Stadt Biedenkopf. Nach knapp 2 km kreuzt der im Oberlauf Engelbach genannte Treisbach die B 253, verläuft dann weiter in südöstliche Richtung vorbei an der Ortslage Dexbach und durch die Ortslage Engelbach (beides Stadtteile von Biedenkopf). Zwischen Engelbach und Treisbach kreuzt das Gewässer die Stadtgrenze zur Stadt Wetter (Hessen) und verläuft anschließend weiter durch die Ortslage Treisbach. Nördlich von Oberndorf wechselt der Treisbach seine Richtung und fließt nun nach Nordosten Richtung Amönau. In Amönau mündet die Asphe als wichtigster Nebenfluss in den Treisbach. Nach weiteren 2,5 km Verlauf in nordöstliche Richtung mündet der Treisbach oberhalb der Kranzmühle in die Wetschaft. Der gesamte Verlauf des Treisbachs liegt im FFH-Gebiet „Obere Lahn und Wetschaft mit Nebengewässern“ und gehört zu den grobmaterialreichen, silikatischen Mittelgebirgsbächen (Gewässertyp 5).
Defizite am Gewässer
Der Treisbach ist abschnittsweise durch negative Veränderungen gekennzeichnet. Hauptprobleme für eine naturnahe Gewässerentwicklung sind Strukturarmut im Bereich des Gewässerbettes, insbesondere in den Siedlungsbereichen teils massiver Sohl- und Uferverbau (Massivsohle ohne Sediment, Betonuferverbau) und eine fast durchgehende Ufer- und Sohlsicherung (Steinsatz, Steinschüttung, Lebendverbau). Weitere Defizite stellen ein enges oder eingetieftes Gewässerprofil, das weitgehende Fehlen natürlicher und naturnaher Gewässerrandstreifen sowie zahlreiche Wanderhindernisse für Fische und wassergebundene Kleintiere dar.
Entwicklungsmaßnahmen
zur Renaturierung
Entwicklungsmaßnahmen
zur Renaturierung
Strukturaufwertungen und
Flächenmanagement
Geplante Strukturverbesserungen durch:
- Aufweitungen des Gewässerlaufs, Profilierung der Uferbereiche
- Entwicklung einer natürlichen Ufervegetation durch punktuelles Anpflanzen von Gehölzgruppen
- Einbau von Störsteinen
- Abschnittsweiser Ankauf von Uferrandstreifen
Wiederherstellung der Passierbarkeit für Fische und wassergebundene Kleintiere durch:
- Rückbau oder Umgestaltung von Durchlässen und Wehranlagen
- Umstrukturierung kleinerer Sohlabstürze innerhalb des Gewässerbettes
- Rückbau von Sohlbefestigungen und Massivsohlenabschnitten
- Natürliches Anlanden von Sohlmaterial in restriktiven Massivsohlbereichen (z. B unter Brücken) ermöglichen
Lineare Durchgängigkeit
Lineare Durchgängigkeit
Wiederherstellung der Passierbarkeit für Fische und wassergebundene Kleintiere durch:
- Rückbau oder Umgestaltung von Durchlässen und Wehranlagen
- Umstrukturierung kleinerer Sohlabstürze innerhalb des Gewässerbettes
- Rückbau von Sohlbefestigungen und Massivsohlenabschnitten
- Natürliches Anlanden von Sohlmaterial in restriktiven Massivsohlbereichen (z. B unter Brücken) ermöglichen
Einblicke ins Projekt
Die Renaturierungsmaßnahmen am Treisbach wurden im Rahmen einer Auftaktveranstaltung (2022) und eines Runden Tisches (März 2023) mit den Städten Biedenkopf und Wetter sowie den zuständigen Fachbehörden konkretisiert. Um den Treisbach von der Quelle bis zur Mündung zu renaturieren, erfolgt die Bearbeitung als interkommunales Projekt. Nach erfolgreicher Ausschreibung der Planungsleistung und der Beauftragung eines Fachplaners fand im Dezember 2025 der Planungsauftakt mit den Bürgermeistern der beiden Städte statt.
Im Frühjahr 2026 werden bei einer gemeinsamen Begehung der Maßnahmenbereiche mit Planer, Städten und Fachbehörden die geplanten Maßnahmen besprochen und konkretisiert. Bis August 2026 soll die Vorplanung erstellt werden.
Der Maßnahmenraum liegt gänzlich innerhalb von Natura 2000-Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebiete), wodurch sich Synergien zwischen dem Gebietsschutz und den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie ergeben. Diese werden im Rahmen der Umsetzung berücksichtigt.








