Reiherbach

Gewässerkennzahl 4285388
Einzugsgebiet in Hessen 27,30 km²
Gewässerlänge in Hessen 9,31 km
Anliegerkommunen Waldeck
Fischregion

Forellenregion

Der Reiherbach entspringt knapp 2 km südlich des Waldecker Stadtteils Freienhagen. Der Bach verläuft zunächst in südliche Richtung durch landwirtschaftlich genutzte Flächen und durch die Ortslage Selbach und quert anschließend das Selbacher Viadukt und die B 485. Im weiteren Verlauf wendet sich der Reiherbach nach Südwesten und fließt durch ein enges, waldbestandenes Wiesental Richtung Nieder-Werbe, wo der Bach nach 8,4 km in ein Vorbecken des Edersees mündet. Der Reiherbach gehört zu den feinmaterialreichen, silikatischen Mittelgebirgsbächen
(Gewässertyp 5.1).

Defizite am Gewässer

Der Reiherbach ist abschnittsweise durch negative Veränderungen gekennzeichnet. Hauptprobleme für eine naturnahe Gewässerentwicklung sind Strukturarmut im Bereich des Gewässerbettes, ein enges oder eingetieftes Gewässerprofil, das weitgehende Fehlen natürlicher und naturnaher Gewässerrandstreifen sowie zahlreiche Wanderhindernisse für Fische und wassergebundene Kleintiere.

Entwicklungsmaßnahmen

zur Renaturierung

Entwicklungsmaßnahmen 

zur Renaturierung

Strukturaufwertungen und
Flächenmanagement

Geplante Strukturverbesserungen durch:

  • Gewässerbettaufweitung & Uferabflachung
  • Anlage von Furkationen (Nebengerinne mit Inselbildung)
  • Einbau von Strukturelementen wie Totholz und Steinmaterial
  • Rückverlegung des Gewässers in das Taltiefste
  • Abschnittsweiser Ankauf von Uferrandstreifen

Wiederherstellung der Passierbarkeit für Fische und wassergebundene Kleintiere durch:

  • Rückbau oder Umgestaltung von Durchlässen und Wehranlagen
  • Umstrukturierung kleinerer Sohlabstürze innerhalb des Gewässerbettes
  • Rückbau von Sohlbefestigungen und Massivsohlenabschnitten
  • Natürliches Anlanden von Sohlmaterial in restriktiven Massivsohlbereichen (z. B unter Brücken) ermöglichen

Lineare Durchgängigkeit

Lineare Durchgängigkeit

Wiederherstellung der Passierbarkeit für Fische und wassergebundene Kleintiere durch:

  • Rückbau oder Umgestaltung von Durchlässen und Wehranlagen
  • Umstrukturierung kleinerer Sohlabstürze innerhalb des Gewässerbettes
  • Rückbau von Sohlbefestigungen und Massivsohlenabschnitten
  • Natürliches Anlanden von Sohlmaterial in restriktiven Massivsohlbereichen (z. B unter Brücken) ermöglichen

Einblicke ins Projekt

Stand der Planung

Im Rahmen des „Runden Tisches“ im August 2025 wurde der Kommune, den zuständigen Fachbehörden sowie Bürgervertretern die erste Vorplanung des Fachplaners vorgestellt. Dabei wurden im Rahmen des Programms „100 Wilde Bäche für Hessen“ durchzuführende Maßnahmen diskutiert und konkretisiert. Um die Planung weiter voran zu treiben ist nun die Abfrage der Verfügbarkeit von Flächen am Gewässer erforderlich.

Bereitstellung von Flächen

Im November 2025 fand eine Informationsveranstaltung mit den am Gewässer anliegenden Grundstückseigentümern statt, die Raum für einen Austausch mit allen Beteiligten ermöglichte. Die Eigentümer wurden zudem über den Planungsstand informiert und um Ihre freiwillige Mitwirkungsbereitschaft durch die Bereitstellung von Flächen (z.B. für einen Uferrandstreifen) gebeten.

Ausblick

Mit dem Wissen der Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer sowie noch anstehenden Einzelgesprächen wird die Planung durch den Fachplaner voraussichtlich im 2. Quartal 2026 und in Absprache der Nationalparkstadt Waldeck auf Basis der zur Verfügung stehenden Flächen verfeinert werden und für die Genehmigung vorbereitet werden.

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Galerie
Aufnahmen vom Reiherbach (Quelle: HLG)

100 Wilde Bäche für Hessen ist ein Programm des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

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