Gelster
Fauna-Flora-
Habitat-Gebiet
Schwarzstorch, Wasserfledermaus
Bei der Gelster handelt es sich um einen Bach, der dem Fließgewässertyp 7 „Grobmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche“ entspricht. Der Bach entspringt am Nordhang des Hirschbergs und verläuft als „Schwarze Gelster“ entlang der B 451 teilweise verrohrt durch die Stadt Großalmerode. Hinter Großalmerode fließt die Gelster entlang der Bundesstraße weiter Richtung Osten bis nach Trubenhausen, wo sie nach Norden abknickt. Durch den Ort Hundelshausen geht es weiter zur Stadt Witzenhausen, hinter der sie schließlich in die Werra entwässert. Sie gilt als größter hessischer Zufluss der Werra.
Defizite am Gewässer
Die Gelster weist in weiten Teilen Strukturarmut auf, welche eine Besiedlung mit anspruchsvolleren Tier- und Pflanzenarten verhindert. In den Ortslagen ist der Bach häufig stark ausgebaut und besitzt ein enges oder eingetieftes Gewässerprofil. Zudem fehlen weitestgehend natürliche und naturnahe Gewässerrandstreifen, die eine eigendynamische Entwicklung überhaupt erst ermöglichen. Des Weiteren ist die Durchgängigkeit für Organismen (Fische und Fischnährtiere) an mehreren Stellen im Verlauf des Bachs eingeschränkt. Wanderhindernisse bilden neben der verrohrten Ortslage von Großalmerode im Oberlauf, vor allem die drei Mühlen mit ihren Wehranlagen, die sich teilweise noch in Betrieb befinden.
Entwicklungsmaßnahmen
zur Renaturierung
Entwicklungsmaßnahmen
zur Renaturierung
Strukturaufwertungen und
Flächenmanagement
Geplante Strukturverbesserungen durch:
- Uferabflachung und Initialmaßnahmen zur natürlichen Laufentwicklung
- Anlage von Furkationen (Nebengerinnen mit Inselbildung)
- Entwicklung einer natürlichen Ufervegetation durch Sukzession und ggf. durch Initialpflanzungen mit gebietseigenen Gehölzen
- Einbau von Strukturelementen aus Totholz und ortstypischen Steinmaterial ggf. unter Berücksichtigung von lokalen Restriktionen
- Abschnittsweiser Ankauf von Gewässerrandstreifen sowie Bereitstellung von Flächen im Rahmen einer Flurneuordnung
Wiederherstellung der Passierbarkeit für Fische und wassergebundene Kleintiere durch:
- Rück- oder Umbau von Wehranlagen an drei Mühlen ggf. unter Einbeziehung der vorhandenen Mühlgräben
Lineare Durchgängigkeit
Lineare Durchgängigkeit
Wiederherstellung der Passierbarkeit für Fische und wassergebundene Kleintiere durch:
- Rück- oder Umbau von Wehranlagen an drei Mühlen ggf. unter Einbeziehung der vorhandenen Mühlgräben
Einblicke ins Projekt
Mit Aufnahme des Programms haben sich die beiden Anliegerkommunen dazu entschlossen an wichtigen Punkten zusammenzuarbeiten, um eine Kostengünstigere und Effizientere Bearbeitung zu ermöglichen. An den Stellen, wo eine direkte Zusammenarbeit nicht möglich ist, findet trotzdem ein enger Austausch statt.
Das im Jahr 2023 mit der Renaturierungsplanung beauftragte Ingenieurbüro hat nach der Sichtung vorhandener Unterlagen sowie der Durchführung eigener Begehungen eine Vorplanung erarbeitet. Vorrangig sind in Witzenhausen der Umgang mit einzelnen Gewässereinbauten außerhalb der Ortslage und in Großalmerode mit innerörtlichen Hindernissen zu klären.
Ende 2024 konnte in der Stadt Witzenhausen die Aufklärungsveranstaltung für die geplante Flurbereinigung stattfinden. Der Beschluss zum Flurbereinigungsverfahren ist mittlerweile rechtskräftig und ein Vorstand der Teilnehmergemeinschaft wurde gewählt. Derzeit wird die Planung in Abstimmung mit dem Amt für Bodenmanagement fortgesetzt, um eine zügige Umsetzung nach Abschluss des Verfahrens zu ermöglichen.










